Tag: Selbstmanagement (page 1 of 2)

Abenteuer Film

In einem Artikel von Foerster & Kreuz geht es darum wie Routine sich in unsere Arbeit schleicht und unser Leben langweilig und öde werden lässt. Ihr Gegenmittel: Man stelle sich immer wieder folgende fünf Fragen:

  • Warum habe ich damals diesen Job gewählt?
  • Was sind die Dinge, die für mich wirklich Bedeutung haben?
  • Was ist das, was mich inspiriert, wachsen lässt und herausfordert?
  • Hat das irgendeine Relevanz in meiner täglichen Arbeit?
  • Wenn nein, warum eigentlich nicht?

Diese Fragen helfen einem, sich selbst auf die Schliche zu kommen. Ich kann die aus Bequemlichkeit einsetzende Routine unterlaufen. Die ersten drei Fragen bringen mir in Erinnerung warum ich das tue, was ich tue. In meinem Fall: Ich möchte frei und unabhängig arbeiten und mir meine Auftraggeber aussuchen. Ich möchte dabei flexibel sein, den technischen Aufwand so niedrig wie möglich halten um mehr künstlerische Freiheit zu haben.

Bei meiner Arbeit geht es so schnell wie möglich um das Wesentliche: Wie agieren meine Protagonisten vor der Kamera, wie kann ich es ihnen so einfach wie möglich machen entspannt und natürlich zu erzählen. Meine Imagefilme sollen Transparenz und Lebendigkeit zu Webseiten hinzufügen.

Was mich inspiriert und herausfordert: Ohne Drehbuch, Schauspieler oder Sprecher ein elegantes und flüssiges Video zu produzieren. Es gibt keinen Nachdreh, alles was beim ersten mal nicht klappt, muss im Schnitt korrigiert werden. Das ist meine Kunst. Beim Drehen hole ich das Beste heraus, beim Schnitt mache ich daraus die Story, das beeindruckende Filmerlebnis.

Nach dem Betrachten der ersten Schnittversion kommen die Wünsche der Auftraggeber und jetzt geht es darum diese um zu setzen und dabei das Resultat weiter zu verbessern. Ich kann nie vorher wissen was alles auf mich zu kommt. Alles Unvorhersehbare fordert von mir neue Erfindungen und Improvisationen. Die unmöglichsten Anforderungen lassen mich zur Hochform auflaufen. Im Moment plane ich mehrere Kurzfilmprojekte für einen meiner Kunden.

Das ist das Abenteuer.

Solange ich das im Blick behalte, kann ich Frage vier mit einem eindeutigen Ja beantworten und Frage fünf erübrigt sich.

Inspiration: FOERSTER & KREUZ: Routine frisst Spirit.

Firmenphilosophie: Sprezzatura

Ei #2Sprezzatura

“This is an archaic Italian word for being able to do your craft without a lot of visible effort. It’s a combination of elan and grace and class, sort of the opposite of loud grunts while you play tennis or a lot of whining and fuss when you help out a customer.”Seth Godin

“Dies ist ein altes, italienisches Wort dafür, die Arbeit ohne großen, sichtbaren Aufwand aus zu üben. Es ist eine Kombination aus Elan, Grazie und Klasse, so zu sagen das Gegenteil vom lauten Ächzen wenn man Tennis spielt oder dem vielen Jammern und Getue wenn man einem Kunden hilft.”

Meine Unternehmensphilosophie ist mit wenig Aufwand ein elegantes, überzeugendes und angenehm zu betrachtendes Video zu produzieren. Ich starte mit der Situation, die ich bei den Kunden vor finde und arbeite mit ihnen zusammen, bis ich alle Aufnahmen dafür habe. Durch Fragen und Kameraführung halte ich alles lebendig und in Bewegung. Ich erarbeite das bestmögliche Ausgangsmaterial für den Schnitt.

Dann versuche ich beim Filmschnitt durch Rhythmus, Tempo und die Auswahl der Bilder die optimale Kombination aus Elan, Grazie und Klasse zu erzielen. Der Imagefilm ist fertig, wenn ich die Balance aus den unterschiedlichsten Elementen, die sich teilweise widersprechen, erreicht habe. Die Mittel die ich dafür einsetze kann ich ständig verfeinern, damit lässt sich die Qualität immer weiter verbessern.

Dabei ist Sprezzatura das Ziel was ich verfolge, das spornt mich immer wieder an.

Zur Zeit achte ich auf die Wahl der Typografie für jedes Projekt und wie ich die Schrift im Bild unauffälliger, eleganter und trotzdem lesbar einsetzen kann. Damit den Gesamteindruck zu verbessern macht mir Freude und regt mich an Neues zu probieren.

Wie viel Arbeit im Detail steckt, wie viel Ausprobieren, Verwerfen und wieder neu Probieren, ist vorher nicht absehbar. Meistens bedarf es eines großen Zeitaufwandes und immer wieder neuer Energie, um Entscheidungen zu treffen. Auch wenn das alles im Endergebnis nicht mehr sichtbar ist, der Betrachter spürt es und genießt das stimmige Endergebnis.

Jeder Imagefilm wird besser als der Vorhergehende, aus meiner Sicht. Das ist es was mir Freude bringt.

2012/2013

Das einzig wahre Business-Horoskop hat mich zum Schmunzeln gebracht. Man überlegt an welchem Datum man seine Firma gegründet hat und findet dann entsprechende “Sternzeichen” wie Klarsichtfolie, Hängeregister und Toner. Es gibt natürlich zwölf davon. Mir hat es Spaß gemacht damit mir Gedanken über mein Unternehmen zu machen und Ideen zu bekommen, was ich verändern könnte. Mein Sternzeichen ist das Tipp-Ex und ich muß sagen es trifft den Nagel auf den Kopf.

Inspiriert von Seth Godin

myArtSeitdem ich vor ein paar Jahren die Blogartikel von Seth Godin abonniert habe, inspiriert der Mann mich fast täglich. Sein Marketingklassiker “The Purple Cow” war mein erstes Buch von ihm, was ich fast nicht mehr aus der Hand legen konnte. Sein Meisterwerk “Linchpin” aus 2010 hat mich in meiner Karriere und meinen Lebensentscheidungen bestätigt und motiviert.

Sein neuester Coup ist nun nicht nur, das er zum Jahreswechsel drei neue Bücher herausgebracht hat, diese über Crowdfunding gestartet hat um eine Alternative zum althergebrachten Verlagsgeschäft zu probieren, sondern die dazu gestartete Guerillamarketing Kampagne ist einzigartig. Das ist mutig. In seinem neuen Buch “The Icarus Deception” animiert er jeden mit der eigenen Kreativität Produkte zu schaffen, diese bekannt zu machen und um das Ganze nachhaltig zu bewerkstelligen sich damit Selbständig zu machen.

Im Zentrum steht ein sehr gut gemachtes Webvideo, das die Idee des Buches und die daraus folgende Aktion erläutert. Auf immer neue Art und Weise bringt er es auf den Punkt: Es geht darum Ideen zu realisieren, sich zu trauen. Bei unserer momentanen wirtschaftlichen Entwicklung wird das immer wichtiger. Wir brauchen Kreative, die Neues starten oder Neues in bestehenden Firmen oder Organisationen einbringen und entwickeln. Die praktische Umsetzung steht bei Seth Godin immer im Mittelpunkt. Seine Ausführungen sind mit funktionierenden Beispielen aus den unterschiedlichsten Bereichen gespickt.

Ich habe mir das Ebook gerade heruntergeladen und werde weiter berichten.

Ohne Auftrag

Dieses Video von CreativeMornings hat mich zum Nachdenken gebracht. Jim Coudal von Coudal Partners erzählt wie ihm klar wurde, dass er zwar selbständig, frei und unabhängig mit seiner Firma ist, er in Wirklichkeit zwar keinen Boss hat, aber seine Kunden ihn genauso unter Druck setzen können. Manchmal muss er und seine fünf Partner Kompromisse eingehen weil der Kunde es so will. All diese Kompromisse störten ihn, er musste aber im Kundeninteresse handeln.

Jim Coudal erzählt weiter wie er bemerkt hat dass seine Projektideen ohne Auftrag immer auf die Freizeit verschoben wurden, da ja niemand dafür bezahlt und es somit reiner Zufall war was davon jemals realisiert wurde. Da hat er angefangen eine solche Projektidee so zu behandeln, wie wenn es ein realer Kunde wäre. Er hat genauso viel Zeit dafür eingesetzt wie für einen echten Kunden innerhalb der regulären Arbeitszeit. Natürlich kam zunächst kein Umsatz herein, wie das manchmal bei Aufträgen ja auch der  Fall war. Ausser Zeit durfte nur im begrenztem Masse Kapital investiert werden.

Eines der Projekte war ein Service für Bands: Deren Fans konnten beim Konzert eine CD mit der Liveaufnahme des Abends bestellen, bezahlen und innerhalb von zwei Woche wurde die CD zugeschickt. Coudal Partners hat das Konzert aufgenommen und die CDs produziert. Sie hatten viel Spass, sind mit den Bands auf Tour gewesen, haben gut Geld damit verdient. Dieses Projekt hat guten Umsatz gebracht. Später mussten sie dieses erfolgreiche Projekt einstellen, da der Ärger mit den Managern der Bands und die Lizenzverhandlungen mit den Plattenfirmen zu mühselig wurden. Dann kam die nächste Idee: spezielle, hochwertig produzierte Notizbücher, komplett in USA hergestellt. Das wurde ein Hit.

Inzwischen hat Coudal Partners nicht mehr soviel Zeit für Kundenaufträge, das ist jetzt eher die Ausnahme. Die Hauptarbeitszeit ist jetzt für die verschiedenen eigenen Projekte reserviert. Wenn jemand eine Idee für ein neues Produkt hat, wird sehr schnell ein Prototyp hergestellt, um es so schnell wie möglich am Markt zu testen. Wenn es ankommt wird es produziert. Jetzt hat die Firma wirklich die Freiheit wie wir es von Künstlern kennen, die ohne Auftrag produzieren.

Wie würde dieses Geschäftsmodell in meiner Firma aussehen? Wenn ich auf mein bisheriges Berufsleben zurückschaue, sehe ich dass ich noch nie so gearbeitet habe. Ich dachte immer das Risiko ist geringer wenn ich erst arbeite wenn ich einen Auftrag habe.

Zunächst ist es mehr Risiko ohne Auftrag zu produzieren, hat aber den Vorteil man kann ohne Kompromisse arbeiten. Die Kunst ist dann den Markt zu finden und rechtzeitig zu erkennen falls dafür kein Markt da ist. Dann probiert man etwas Neues. Das Risiko bei Auftragsarbeiten ist dafür, genauso wie bei einer Anstellung, dass  man arbeitslos wird.

In meiner Fotografenlehre habe ich gelernt wie man mit Auftragsarbeiten Geld verdient und dann habe ich das Zeit meines Lebens auf alle meine Interessen angewandt. Jetzt erst realisiere ich, dass das nur ein Geschäftsmodel im Film oder in der Fotografie ist. Da jetzt die Produktionskosten durch Digitalisierung und die Marketingkosten durch das Internet drastisch gesunken sind, ist es jetzt ganz anders möglich unabhängig, ohne Auftrag zu produzieren. Ich habe einige Ideen die ich ausprobieren möchte.

Mit einer meiner Kundinnen kam mir beim Drehen ihres Videos für ihre Website die Idee zu einem Kurzfilm. Im Moment schreibe ich die Geschichte, dann will ich das Ganze mit ihr zusammen als digitalen Kurzfilm produzieren, um dann zu sehen ob es ankommt und ob wir dafür einen Markt finden.

Parallel zu meiner beruflichen Arbeit habe ich immer fotografiert und bin auch da jetzt am untersuchen, wie könnte ich diese Bilder vermarkten oder ganz neue Vermarktungswege dafür finden. Zunächst bietet sich an, eine Ausstellung zu organisieren um zu sehen wie die Fotografien ankommen, dann kann ich weiter sehen.

Ich kann mir gut vorstellen in Zukunft mehr solche Projekte zu realisieren und dafür weniger Auftragsarbeiten auszuführen. Die machen in den meisten Fällen genauso viel Spass wie Arbeiten in eigenem Auftrag, deshalb wird das sicher immer ein Bestandteil meiner Arbeit sein.

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